Art.23 der Menschenrechte: Yves Rocher pfeift darauf

Yves Rocher hat 124 Mitarbeiter/innen seiner türkischen Tochterfirma Kosan Kozmetik gefeuert. Ihr Vergehen? Sie sind einer Gewerkschaft beigetreten, um sich gegen Hungerlöhne und miese Arbeitsbedingungen zu wehren.

Yves Rocher’s Tochterfirma kürzte der Belegschaft Sozialleistungen, verlängerte die Arbeitszeit, setzte sie psychischem Druck und Arbeit unter Lebensgefahr aus — und all das trotz steigender Umsätze. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben nicht vor, den skrupellosen Rausschmiss einfach hinzunehmen — und sie wissen viele Kolleginnen und Kollegen aus benachbarten Fabriken auf ihrer Seite. Doch Yves Rocher scheint zu denken, der Protest ließe sich einfach aussitzen.

Mit einem weltweiten Appell können wir das ändern — indem wir dem Kosmetikriesen klarmachen, dass sein Wohlfühl-Image in Gefahr ist. In unserer Nachbarschaft, mit unseren Gewerkschaften, durch unsere Konsumgewohnheiten können wir den Kampf der Menschen in der Türkei unterstützen.

Für Menschenrechte steht auch unsere Aktion Vielfalt (www.0711menschenrechte.de)

Das Recht, sich in einer Gewerkschaft zu organisieren, ist in der türkischen Verfassung und in den Abkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verankert. Doch Yves Rocher fühlt sich offenbar allmächtig — und geht mit illegalen Entlassungen und anderen Manövern gegen die Arbeit der Gewerkschaften vor. Dabei gibt Yves Rocher vor, große menschliche Werte zu verteidigen und sich insbesondere für die Emanzipation von Frauen einzusetzen.

Für die eigene Belegschaft gilt dieses Leitbild anscheinend nicht. Es sind vor allem Frauen, die die kosmetischen Produkte unter miesen Bedingungen herstellen — und jetzt gefeuert wurden.

Kosan Kozmetik, die türkische Tochtergesellschaft von Yves Rocher und führende Kosmetikfirma des Landes, ist ein Meister der Missachtung von Arbeitnehmer/innenrechten. Da Arbeitsunfälle häufig vorkommen und das Management systematisch jede Krankschreibung ablehnt, sind die Arbeiter/innen gezwungen, trotz eines gebrochenen Handgelenks oder einer Kopfverletzung weiter zu arbeiten.

Das Unternehmen tritt die Grundrechte seiner Mitarbeiter/innen mit Füßen — sorgen wir jetzt dafür, dass Yves Rocher als verantwortlicher Mutterkonzern nicht länger wegschauen kann.

Fordern Sie vom Yves-Rocher-Management, dass die illegal entlassenen Gewerkschaftsmitglieder wieder eingestellt und die Rechte der Angestellten respektiert werden!

Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass weltweit agierende Unternehmen nicht damit davonkommen, gegen grundlegende Rechte zu verstoßen. In der Vergangenheit haben wir uns für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Bangladesch, Kambodscha und Haiti eingesetzt — und dafür gekämpft, dass Hugo Boss das türkische Arbeitsrecht einhält.

Menschenrchte werden weltweit mißachtet, ignoriert, verletzt.

Unterstützen Sie die Aktion Vielfalt. Standhaft für Menschenrechte. Immer und überall.

Artikel 23 Menschenrechte: (Recht auf Arbeit, gleichen Lohn)

  1. Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
  2. Jeder, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
  3. Jeder, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.
  4. Jeder hat das Recht, zum Schutz seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

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