Aufruf aus Lesbos

 

Aufruf aus Lesbos, 7. September 2018, Flüchtlingshelfer inhaftiert. Forderung an die griechische Regierung um Freilassung. Kriminalisierung von Seenotrettungung stoppen. Appell an EU und Bundesregierung.

Mitglieder der Gesellschaft Kultur des Friedens (GKF) sind seit dem 20. August 2018 auf Lesbos und unterstützen verschiedene Kulturprojekte in den dortigen Flüchtlingslagern.

Humanitär arbeitende NGOs, wie Ärzte ohne Grenzen, versuchen in Moria wenigstens minimal eine Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten. Rund um das Lager haben sich kleine „Oasen der Menschlichkeit“ gebildet, dort bieten griechische und internationale Freiwillige, wie zum Beispiel „One Happy Family“ aus der Schweiz, Schulunterricht, Sprachkurse, Essen, Sport- und Musikprogramme an. Doch auch in Lesbos werden die wenig verbliebenen Seenotrettungsinitiativen von den griechischen Behörden kriminalisiert. Anfang des Jahres wurde bereits ein spanisches Rettungsteam wegen angeblicher Schleusertätigkeit angeklagt, nun wurden Freiwillige der griechischen NGO ERCI (Emergency Response Centre International) verhaftet, darunter zwei FlüchtlingshelferInnen aus Deutschland, Sarah Mardini und Sean Binder. ERCI ist bereits seit Ende 2015 auf der Insel aktiv und hat zahlreiche Menschen aus der Ägäis gerettet, immer in enger Abstimmung mit der griechischen Küstenwache, bestätigt ein Mitarbeiter von ERCI, den Mitglieder der GKF auf Grund der Verhaftungen getroffen haben.
Die Organisation betreibt auch eine Gesundheitsstation in Moria, der einzig verfügbare Arzt in dem Lager. Mittlerweile gibt es eine Solidaritätsaktion zur Freilassung von Sarah und Sean, die immer noch in Untersuchungshaft in Athen und Mytilini sitzen. https://www.freehumanitarians.com/
Darüber hinaus sind solidarische Räume, wie zum Beispiel das autonome, selbstverwaltete Flüchtlingscamp Pikpa auf Lesvos akut von Räumung bedroht.

Die Verbesserung der Lebensverhältniss in Moria, ist nicht zuerst eine ökonomische, sondern eine politische Frage. Offensichtlich ist dies ein Ort der Abschreckung und Teil einer Politik der Migrationsabwehr der Europäischen Union, die gerne von „europäischen Werten“ spricht, aber das Leiden in den Flüchtlingslager
und zahlreiche Tote auf der Flucht nach Europa in Kauf nimmt und Seenotrettung kriminalisiert.

Die GKF fordert die griechische Regierung auf die inhaftierten Flüchtlingshelfer/Innen freizulassen
und appelliert an die Bundesregierung und EU die Kriminalisierung von Seenotrettung zu stoppen.
Dieser Forderung wird bei verschiedenen Solidaritätsaktionen auf lokler, bundespolitischer und
europäischer Ebene Nachdruck verliehen werden.

Für Unterstützung der Kultur des Friedensprojekte und Solidaritätsarbeit sind wir dankbar
Bankverbindung: Kreissparkasse Tübingen, IBAN , DE 076415 0020 0000 266088

Gesellschaft Kultur des Friedens, Henning Zierock, z.Z. Griechenland
email: info@kulturdesfriedens.de

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