„Frauenrechte und Islam – Warum ich für die Freiheit und gegen den politischen Islam kämpfe“ Vortrag von Mina Ahadi

Wann:
7. November 2018 um 19:00 – 21:00
2018-11-07T19:00:00+01:00
2018-11-07T21:00:00+01:00
Wo:
Bürgerhaus KURSAAL Cannstatt, Kleiner Kursaal
Königsplatz 1 70372 Stuttgart (Bad Cannstatt)
Preis:
8 Euro / 6 Euro (ermäßigt und Mitglieder)

Mina Ahadi erzählt die Lebensgeschichte einer engagierten Frau – ihre Lebensgeschichte. Sie ist eine unermüdliche Vorkämpferin für Menschenrechte und gegen einen politischen Islam.

Gleichberechtigung, Religions- und Meinungsfreiheit zählen zu den fundamentalen Menschenrechten, die in Ländern mit islamischem Rechtssystem nicht in ausreichendem Maße gewährt werden. Innerhalb der muslimischen Glaubensgemeinschaft gilt der „Abfall vom Glauben“ als Todsünde und wird entsprechend bestraft.

Während das europäische Christentum, gegen dessen tradierte Werte auch die Frauenbewegung ankämpfen musste, durch die harte Schule der Aufklärung gegangen ist und sich infolgedessen zivilere Umgangsformen angewöhnen musste, blieb der Islam trotz großartiger Ansätze etwa im 9. und 10. Jahrhundert von einer solchen „aufklärerischen Belästigung“ weitgehend verschont. Mina Ahadi kämpft gegen Steinigung und Todesstrafe, gegen Kopftuch- und Ehezwang. Sie hat vielen Frauen einen Weg aus patriarchalischen Zwängen zu einem selbstbestimmten Leben gezeigt.

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(c) Mina Ahadi

Mina Ahadi wurde 1980 als iranische Medizinstudentin zwangsexmatrikuliert, weil sie sich weigerte, ein Kopftuch zu tragen, und sich an einer Protestaktion gegen den Kopftuchzwang beteiligte; ihr Mann wurde daraufhin in ihrer Wohnung verhaftet und hingerichtet. Nach zehn Jahren als Partisanin in der iranischen Kurdenregion flüchtete sie nach Wien, 1995 nach weiterer Verfolgung dann nach Köln.

Zentralrat der Ex-Muslime (ZdE)

Seit ihrer Flucht in den Westen setzt sie sich kompromisslos für die Frauenrechte in islamischen Ländern ein. Zugleich muss sie entsetzt feststellen, dass der Fundamentalismus in demokratischen Staaten Einzug hält. Auch in Deutschland dürfen sich Muslime nicht offen zu ihrem Unglauben bekennen, werden Frauen zum Tragen des Kopftuchs gezwungen und von ihren Ehemännern als Besitz betrachtet. Wir dürfen die Gesetze der Scharia nicht aus falsch verstandener Toleranz bei uns dulden! Mina Ahadi setzt sich leidenschaftlich für eine wehrhafte Demokratie ein, in der die Menschenrechte für alle Bürger gelten, auch für die muslimischen. Damit Mina Ahadi ihre wichtige Menschenrechtsarbeit weiterführen kann, unterstützt die Giordano-Bruno-Stiftung sie mit einem Stipendium.

Im Jahr 2000 gründete sie das Internationale Komitee gegen Steinigung, 2007 den Zentralrat der Ex-Muslime. Trotz massiver Bedrohungen, deretwegen sie zeitweilig unter Polizeischutz stand, trat Mina Ahadi immer wieder als Rednerin auf: gegen Steinigung, Hinrichtung, Frauenfeindlichkeit, Burka und islamischen Terrorismus.

Fotos aus ihrem Privatleben, aber auch Aufnahmen von Steinigungen veranschaulichen ihren Vortrag. Mina Ahadi kritisiert vehement die Zusammenarbeit der deutschen Regierung sowie multikultureller und postmoderner Intellektueller mit islamischen Verbänden wie dem Zentralrat der Muslime, Ditib und salafistischen Organisationen, die unter Berufung auf Toleranz und Religionsfreiheit Parallelgesellschaften verteidigen und einen politischen Islam zu etablieren versuchen.

Religion soll Privatsache sein

Mina Ahadi zufolge sollte Religion Privatsache sein: In den Schulen sollten alle Kinder gemeinsam im Unterricht über Werte, Ethik und Religionen informiert werden, den nach Konfessionen getrennten Religionsunterricht lehnt Mina Ahadi ab. Mina Ahadi fordert Neutralität am Arbeitsplatz, was ein Kopftuchverbot beinhaltet, und vor allem das Verbot von Kinderkopftüchern. „Das ist nicht nur ein Stück Stoff, das ist ein politisches Symbol geworden. Und der politische Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Mina Ahadi gehört zu den Initiatoren der Unterschriftenaktion von TERRE DES FEMMES e.V. gegen das Kinderkopftuch „DEN KOPF FREI HABEN! – Jedes Kind hat das Recht auf Kindheit.“

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